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Betreuung und Mentoring

Wir wollen unsere Freiwilligen unterstützen, aber nicht bevormunden. Wir streben eine bedarfs-orientierte Begleitung an. Diese erfolgt sowohl aus Deutschland (regelmäßige Gespräche mit einer pädagogisch-psychologischen Fachkraft, “WI-Begleiter” genannt) als auch vor Ort im Gastland (durch ein einheimisches und ehrenamtliches Mentoren-Netzwerk). Zudem steht eine besonders engagierte Ehemalige als Länderkoordinatorin (LK) mit orts- und projekt-spezifischen Kenntnissen und Tipps zur Verfügung. Wir versuchen jeden Freiwilligen einmal im Jahr persönlich in der Einsatzstelle zu besuchen und eine gemeinsame Evaluation vorzunehmen. Zudem organisieren wir das 10-tägige regionale Zwischenseminar (ZS).  

Dieses Modell hat sich über die letzten 12 Jahre bewährt. Wir verzichten also auf hauptamtliche Mitarbeiter vor Ort und brauchen folglich sehr zuverlässige und eigenverantwortliche Jugendliche. 

http://weltweite-initiative.de/wp-content/uploads/2016/12/WIBegleitung_Mentoring_FAQ2016.pdf

Man sollte Menschen rühren … nicht schütteln!"

Begleiter-Lotse

Begleiter: Jeder FW bekommt von WI einen Erstbetreuer (inzwischen „Begleiter“ genannt) zugewiesen, der von Deutschland aus den Jugendlichen und seinen gesamten Einsatz – von der Vorbereitung bis zur Nachbereitung – begleitet und wie ein Lotse zum Gelingen beiträgt. Hierzu zählten vor allem unsere pädagogisch-psychologischen Fachkräfte). Es finden regelmäßige Gespräche statt und es wächst in den allermeisten Fällen ein stabiles Vertrauensverhältnis8. In der Anfangszeit wird 14-tägig miteinander gesprochen, dann monatlich, sowie zusätzlich bedarfsorientiert. Skype bot hier eine gute Kommunikations-Plattform, die zunehmend auch für Video-Konferenzen genutzt wurde. Unsere Begleiter verfügen i.d.R. über ein abgeschlossenes Hochschulstudium, zumeist im pädagogisch-psychologischen Bereich und haben zusätzlich eine externe (fid) oder interne Schulung zu „Begleitung von Freiwilligen“ absolviert. Zudem gab es unter den Begleitern regelmäßige Konferenzen, in denen man sich fall-bezogen austauschen und Intervision betreiben konnte. Die interne Fortbildung der Begleiter wurde v.a. von Dr. Johannes Müller und Dipl.-Psych. Pablo Schickinger verantwortet. Die Begleiter haben gegenüber den einheimischen Mentoren vor Ort drei große Vorteile und ergänzen diese folglich gut. Erstens: Sie können bereits während der Vorbereitung ein enges und tragfähiges Vertrauensverhältnis zu den Freiwilligen aufbauen. Zweitens: Jegliche Sprachschwierigkeiten oder Kulturbesonderheiten können erstmal umgangen werden, indem sich die FW hier in ihrer Muttersprache mitteilen können.12 Drittens: Die Begleiter konnten sich quartalsweise zur Intervision treffen. Lernziele für die FW konnten so griffiger herausgearbeitet und formuliert werden und Fortschritte besser verglichen werden. Allerdings hat der Begleiter nach unserem
Konzept auch einen gravierenden Nachteil: Er agiert streckenweise aus der Distanz und muss sich zudem „verschiedene Hüte aufziehen“ und in unterschiedlichen Rollen mit seinem Schützling interagieren: Mal als Vertrauensperson und Unterstützer, mal als Kontrolleur und Mahner („Bitte schreib Deinen nächsten Erfahrungsbericht!“), mal als Coach und Lehrer und mal als Notfall-Manager, Trouble-Shooter oder Mediator (etwa bei Konflikten in der WG).

"Die Dinge sind nie so, wie sie sind. Sie sind immer das, was man aus ihnen macht.“

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Mentoren-Netz

Eine wichtige Rolle in unserem Begleitungs-Konzept spielen die Mentoren: Mentoren sind Einheimische, die unseren FW besonders in der Anfangszeit helfen, sich vor Ort zu Recht zu finden (ehrenamtliche „Wohlfühl-Beauftragte“), sie freundschaftlich durchs Jahr begleiten, als zuverlässige Ansprechpartner agieren und ihnen bei Schwierigkeiten kulturvermittelnd und unterstützend zur Seite stehen. Es bleibt schwierig, die optimale Balance zwischen Freiheitsgraden und Entwicklungsräumen einerseits und Orientierung, Kontrolle und Support andererseits zu finden. Nicht selten wollen die FW gar keinen konkreten Ratschlag, sondern vor allem ein offenes Ohr, einen Zuhörer, ein Gegenüber zum Verarbeiten der gemachten Erfahrungen. Gerade indem sie über ihre Erfahrungen frei und laut sprechen (und sich selbst beim Formulieren und Denken zuhören), wird ein wichtiger Reflexionsprozess in Gang gesetzt, meist nach der Formel: Lernfortschritt = Erfahrung + Reflexion). Es war für unsere Begleiter nicht einfach, sich verschiedene Hüte aufzuziehen und in allen Situationen optimal passend zu reagieren, mal als „verständnisvoller Freund mit offenem Ohr“ und mal als „regel-geleiteter Lehrer“, der auf die Einhaltung von Lernzielen und Absprachen pocht. Erste Erfahrungen zeigen das eine Aufteilung und Trennung der Rollen nach dem Schema „good cop – bad cop“ hilfreich sein kann: dass also ein Begleiter durchgängig supportiv agiert, während ein anderer die Einhaltung von Regeln und Absprachen einfordert (Wo bleibt Dein Erfahrungsbericht? Wie steht es um die Einhaltung unserer strikten Drogen-Regel? Warum hast Du letzte Woche kein „Check-in“ per Skype gemacht?). Dieser „Bad Cop“ kann auch „agent provocateur“ den Privilegierten-Status von FW im Vergleich zu einheimischen Mitarbeitern und Nachbarn hinterfragen, etc. Neben „sinnzentrierte Freiwilligendienste“ wird zunehmend auch „bedarfsorientierte Begleitung“ für uns ein wichtiger und charakteristischer Schlüsselbegriff. Wir müssen lernen: Die beste Betreuung ist nicht „so viel wie möglich“ (more is better), sondern „so viel, wie angemessen“ (better is better). Unsere Peru-FW Sophia Fischer schrieb in ihrem dritten Erfahrungsbericht über die lehrreiche Zeit in der Gastfamilie ihrer Mentorin: “Es gibt Dinge, die wachsen nicht auf Bäumen, die lernen wir nicht in Schulen und die gibt es nirgendwo zu kaufen. Es ist die Kunst, die Welt mit dem Herzen zu sehen.”

"Learn to fail – or fail to learn!“

Länderkoordinatoren (LK)

Länder-Koordinator (LK): LKs sind unserer Definition nach besonders engagierte Ehemalige, die sich um den positiven Zusammenhalt der Ländergruppe kümmern (Teambuilding, Peer-Support) und wichtige Ansprechpartner für viele länderspezifische Fragen sind (Visum, Sicherheit, Kulturregeln, OAT, soziale. gesellschaftliche Fragen, Freizeitgestaltung, etc.). Sie stecken deutlich mehr Zeit und Aufwand in ihre Schützlinge als die Tutoren, aber weniger als die Begleiter, die
zudem viel mehr Verantwortung tragen. LKs sind also wichtige Knotenpunkte in unserem Support- Netzwerk für Freiwillige. Durch ihre unmittelbaren Erfahrungen im selben Einsatzland genießen LKs eine besonders hohe Glaubwürdigkeit und Vorbildwirkung für die Neu-Freiwilligen. Durch ihre ausschließlich positiv besetzte Rolle, waren und sind unsere LKs bei den Freiwilligen meist sehr beliebt. Rückkehrer Simon schrieb zum Beispiel: „ Ich fand übrigens alle Seminare total schön und bin wirklich sehr, sehr froh euch gefunden zu haben. Ich wüsste manchmal nicht, was ich machen sollte ohne WI, ohne die vielen tollen Menschen die ich hier kennengelernt habe. Ich bin euch sehr dankbar, dass ihr das alles möglich macht.“ 

Tutor: TUTOREN sind nach unserer Definition Ehemalige, die ihren FWD möglichst in derselben Einsatzstelle geleistet haben wie ihre Schützlinge. Sie stehen dem Neu-FW sowohl in der Vorbereitung als auch während der Auslandszeit, insbesondere bei projektspezifischen Fragen und Problemen, mit Rat und Tat informell zur Seite und geben aus ihrer eigenen, persönlichen Erfahrung heraus freundschaftlich-kritisch Orientierung und Tipps. Damit gelingt es, dass so manche Fehler oder Fettnäpfchen nicht jedes Jahr aufs Neue wiederholt werden. Besonders wertvoll sind Tutoren für unsere Freiwilligen deshalb, weil sie aufgrund ihrer Altersnähe als PEERS akzeptiert werden und sich auch mit jugendspezifischen Themen (z.B. bezüglich einer Liebes-Beziehung vor Ort) gut aufgehoben fühlten. Unser Tutorensystem sieht in einer Art „Generationenvertrag zwischen den FW-Generationen“ idealerweise vor, dass jeder FW einmal hilft und einmal Hilfe bekommt – ganz im Sinne von wechselseitigem Lernen und Helfen. Allerdings hat es sich bewährt, dass wir pro Projekt nur einen Tutor zur Verfügung stellen (also meist ein Tutor für zwei Freiwillige), weil es sonst zu einem kommunikativen Durcheinander kommt.

“It is not because things are difficult that we do not dare, it is because we do not dare that they are difficult.”

"Was kann ich wissen? Was darf ich hoffen? Was soll ich tun?"

  Kant

Courage is not the absence of fear, but rather the judgment that something else is more important than fear.

"Echte Freunde erkennt man, wenn das Eis bricht."

(Eskimo-Weisheit)

"Unsere Welt ist zu schmal im Hirn und zu eng im Traum!“

Karl Kraus

"Fehler sind wie Berge: Man steht auf dem Gipfel seiner eigenen und redet über die der anderen!"

"Excellence is never an accident but the result of a) High intention, b) sincere effort and c) Intelligent execution“

  (Aristoteles)

„Das Gegenteil von Liebe ist nicht Hass, sondern: Gleichgültigkeit!

„Entscheidungen machen uns zu dem, was wir sind. Und wir haben immer die Wahl, das Richtige zu tun.“

„Wir müssen eine fehlerfreundliche Irrtumsgesellschaft sein: Nur hier ist Entwicklung möglich.“

"Man kann die Welt oder sich selbst ändern; das Zweite ist schwieriger!“

“Gewohnheit ist ein Seil.
Wir weben jeden Tag nur einen Faden, und schließlich können wir es nicht mehr zerreißen.”

 (Thomas Mann)

”Der Andersdenkende
 ist kein Idiot,
er hat sich eben eine andere Wirklichkeit konstruiert.”

(Paul Watzlawick) 

“Zwei Dinge sind ein Zeichen von Schwäche: schweigen, wenn man reden müsste, und sprechen, wenn man schweigen sollte.”

(Aus Persien)

Bildung ist nicht das Befüllen von Fässern, 

sondern das Entzünden von Flammen“

Heraklit, griechischer Philosoph

“Great minds discuss ideas. Average minds discuss events. Small minds discuss people“.     Eleanor Roosevelt