Unser Selbstverständnis

Mitmach-Initiative von, für und mit engagierten Jugendlichen

Unser Selbstverständnis 

 Wir wollen ein Ort sein, wo Freundschaften entstehen und Träume fliegen lernen.

Wir wollen eine Initiative sein, die das Beste in jedem von uns wachküsst. Wir wollen der Incubator für Deine guten Ideen und guten Taten sein. Wir wollen Jugendliche bestärken, für Gerechtigkeit und Frieden einzustehen und sich zu Hoffnungs- und Verantwortungsträger_innen ihrer Zivilgesellschaften zu entwickeln.  
Wir ermöglichen hoch-motivierten, top-engagierten Jugendlichen, sich und die Welt zu erfahren, globale Zusammenhänge kritisch zu hinterfragen, in basis-nahen Projekten mitzuarbeiten und –  ohne Angst vor Scheitern – auch eigene Ideen auszuprobieren.

Wir sind eine studentisch geprägte Mitmach-Initiative: Wir packen alle gemeinsam an und wollen etwas Besonderes auf die Beine stellen.   

 Wir sind eine Mitmach-Initiative, die das Beste in jedem von uns wachküssen will. Wir wollen durch internationale Jugend-Freiwilligendienste in Ländern des Globalen Südens wichtige Lernräume eröffnen und Völkerverständigung konkret erfahrbar machen. Wir arbeiten mit den humanistischen Ansatzpunkten MENSCH, BILDUNG, KREATIVITÄT und den Zielen LERNEN, HELFEN und TRANSFERIEREN.

Unsere Merkmale: 

– kein West-knows-best: Es sind die einheimischen Menschen, die die Experten für ihre Situation sind.

– Wir gehen als Lernende in die Welt, nicht als Besser-Wisser 

– Unabhängigkeit: Wir sind von keiner Partei, Kirche oder Interessensgemeinschaft abhängig 

– Keine Missionierung: Wenn Du gläubig bist, so ist dies Deine Privatsache. Niemals solltest Du Deine Überzeugungen anderen aufzwingen.

– Kritisches Denken: Auch Selbstkritik 

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Mitmach-Initiative

DSC05357Wir verstehen uns als offene Plattform für wechselseitiges Lernen und Helfen im entwicklungspolitischen Kontext: Wir sind ein kleiner, gemeinnütziger Verein, der jungen, engagierten Menschen ermöglichen will, in basisnahen Sozialprojekten im Globalen Süden sozialpraktisch mitzuarbeiten und so die Lebensrealität und Perspektiven des Globalen Südens kennen zu lernen und vertieft zu verstehen. Um diese prägende Lern-Erfahrung bereichert, kehren unsere Freiwilligen in die deutsche Zivilgesellschaft zurück und gestalten diese positiv im Sinne von Nachhaltigkeit und globaler Gerechtigkeit. Wir wollen Gemeinsamkeiten in der Vielfalt entdecken und unsere Welt als EINE WELT erfahrbar machen: Buntheit und Diversität als Bereicherung und Stärken sehen lernen. Unsere Initiative steht unter dem Motto „EINE WELT gemeinsam fair-ändern!“

Dabei ist das Konzept des Globalen Lernens Grundlage unserer Arbeit: Wir verstehen uns als Bildungsträger, der engagierten Menschen besondere Lern- und Erfahrungsräume eröffnen, globale Zusammenhänge kritisch hinterfragen, deren Wechselwirkungen sichtbar machen und neue (Lösungs-)Ansätze entwickeln und unterstützen will. Unser zentraler lern- und friedenspädagogischer Arbeitsbereich sind Freiwilligen- und Lerndienste in Ländern des Globalen Südens samt Vorbereitung, pädagogisch-psychologischer Begleitung, Krisenmanagement, Nachbereitung und Rückkehrer_innen-Vernetzung.

Mit unseren entwicklungspolitischen Lerndiensten wollen wir Völkerverständigung und Friedensarbeit nach dem Motto „Miteinander leben – voneinander lernen!“ konkret erfahrbar machen. Denn: Völkerverständigung braucht Verständnis. Und Verständnis braucht Begegnung! Eben diese Begegnungen ermöglichen wir, denn ein Freiwilligendienst schafft die vielleicht intensivste Form der Begegnungen vor Ort, dadurch dass man das Leben der Menschen in der Gastgesellschaft ein Jahr lang unmittelbar teilt. So wird lebenspraktisch ein Bewusstsein für die kausalen Zusammenhänge zwischen den Lebensrealitäten des Globalen Südens mit dem Handeln im Globalen Norden (z.B. unser Konsumverhalten), sowie dessen Geschichte (z.B. Kolonialismus), geschaffen, um letztendlich eigene Handlungsräume zu entdecken und neu zu entwickeln. Im Rahmen von Internationalen Freiwilligen- und Friedensdiensten geben wir unseren Freiwilligen die Möglichkeit, durch ihren persönlichen Einsatz ein kleines Zeichen zu setzen für Völkerverständigung, Nächstenliebe, Gerechtigkeit und Frieden. Neben spezifischen Kenntnissen kann soziales Verhalten erprobt und ein sozialpolitisches Bewusstsein entwickelt werden. Erkenntnisse, die hierbei gewonnen werden, stehen oft im Gegensatz zum gesellschaftlich üblichen Leistungs- und Konkurrenzdenken. Sie können über den Friedensdienst hinaus für den Einzelnen eine Hilfe zur Persönlichkeitsentfaltung und zur Entwicklung einer verantwortlichen Lebensgestaltung führen. Die meisten unserer Rückkehrer_innen studieren und arbeiten später in „helfenden Berufen“: Mediziner_innen bzw. Ärzt_innen, Psycholog_innen, Lehrer_innen und Sozialarbeiter_innen. Unsere Rückkehrer_innen dürfen sich gerne zu Hoffnungs-, Leistungs- und Verantwortungsträger_innen einer gerechteren globalen Welt-Gesellschaft entwickeln. Gerade weil wir unsere Freiwilligen in postkoloniale Gesellschaften entsenden, gehören hierzu auch maßgeblich das kritische Hinterfragen der eigenen Position, des eigenen Handelns und ungleicher Machtstrukturen z.B. im globalen Handel (fair trade, not aid!) und des kapitalistischen Systems. Deshalb orientieren sich die Bildungsinhalte, die wir beispielsweise auf unseren Vorbereitungsseminaren vermitteln, auch an kritischen Konzepten wie Degrowth und Postwachstum, Dekolonisierung, Anti-Rassismus und Critical Whiteness, kritische Entwicklungspolitik und Wirtschaft neu Denken. Wir stehen allen Menschen offen, unabhängig von Religion, Nationalität, Hautfarbe, Geschlecht, sexueller Orientierung oder Einkommen. Was wir jedoch von allen erwarten sind Anstrengung, Offenheit, Lernbereitschaft, Selbstreflexion und tatkräftiges Engagement. Wir sind keine Plattform für Urlauber_innen, Sozialtourist_innen, Abenteurer_innen und Egoist_innen

Wir verstehen Freiwilligendienste als Sozialisationsinstanzen für zivilgesellschaftliches Engagement und Gelegenheitsstruktur für Partizipation und Mitgestaltung. So gesehen ist soziales Lernen für die Entwicklung einer gerechteren und aufgeschlosseneren Gesellschaft wertvoll und notwendig und stellt, durch seine Rückbindung an den Alltag, ein Potential für mehr Frieden und Gerechtigkeit (auch im eigenen Umfeld) dar. Soziales Lernen wirkt also v.a. auch in der eigenen Biographie und dadurch schließlich in die Gesellschaft hinein (Multiplikatoren-Potential).

Gleichzeitig – und das ist einer unserer wichtigsten Parameter – verstehen wir uns selbst als „Lernende Organisation“. Ebenso wie unsere Freiwilligen eine intensive Lernerfahrung erleben und eine steile Lernkurve durchlaufen, wollen auch wir uns in einem dynamischen Lernprozess bewegen, der sowohl ihre wie unsere Erfahrungen miteinbezieht. Das betrifft unsere gesellschaftspolitischen Ziele, unsere pädagogisch-psychologischen Ansätze und praktischen Methoden, bis hin zu unseren Organisationsstrukturen (z.B. Arbeitskreise). In diesem Sinne lebt unsere Arbeit von der Partizipation aller, weswegen wir uns als „Mitmach-Initiative“ bezeichnen.

 Als lernende Organisation wollen wir auch fehler-tolerant sein und allen Beteiligten Fehler zugestehen. Gerade Jugendliche lernen am meisten aus eigenen Fehlern. Sie sollen ohne Angst vor Scheitern Ideen ausprobieren und Schwierigkeiten als positive Herausforderungen erleben, die gemeistert werden können – und damit als Katalysatoren für Fortschritt und Entwicklung: „Let´s make better mistakes tomorrow!“ 

Achtung, wir sind KEINE Vermittlungsagentur, sondern eine gemeinnützige INITIATIVE, also ein Zusammenschluss von engagierten Menschen, die etwas Gutes bewegen wollen. Wer also nur ein Sprungbrett ins Ausland sucht, ist bei uns völlig falsch. Wer aber eine lebendige, bunte und lebensfrohe Initiative mit aktiven Jugendlichen sucht, die für ihre Träume und Hoffnungen einstehen; die frische Ideen entwickeln und beherzt umsetzen und Menschen auf der ganzen Welt als Freunde auf Augenhöhe begenen wollen, ist herzlich willkommen. Wir wollen das Beste in uns wachhalten bzw. wach küssen.

Über die letzten Jahre hat sich ein tolles und aktives Ehemaligen-Netzwerk mit Regionalgruppen in Berlin, München, Hamburg, Stuttgart, Köln, Marburg, Jena und Leipzig entwickelt.

Wir haben noch nie einen Euro für Werbung ausgegeben (wie man auch an dieser Seite sieht!) und sind beeindruckt, wie viele Bewerbungen uns aufgrund persönlicher Empfehlungen erreichen. Vielen herzlichen Dank!

Wer ist die Weltweite Initiative für Soziales Engagement e.V.?

Wir sind ein kleiner, gemeinnütziger Verein von engagierten Menschen und ehemaligen Freiwilligen mit dem Ziel durch Kooperationen mit – und Freiwilligendiensten in – möglichst interessanten Sozialprojekten in Entwicklungsländern einen kleinen Beitrag für Frieden und Gerechtigkeit zu leisten und spannende Lern-Räume für motivierte Jugendlichen zu eröffnen. Wir gehen definitiv nicht als Missionare und Besserwisser_innen ins Ausland, sondern als Freunde und Lernende. Grundlegend ist der Gedanke von „LERNEN – HELFEN — TRANSFERIEREN“. Achtung: Wir sind keine „Entwicklungshelfer_innen“ (das zu denken wäre eine arrogante Selbstüberschätzung!), sondern wir leisten „soziale LERN-Dienste“: Wir wollen von unseren Freunden und Partnern_innen auf der Südhalbkugel lernen, ihre Perspektiven verstehen lernen, ihnen möglichst auf Augenhöhe begegnen und durch Rückkopplung auch und gerade die deutsche Zivilgesellschaft positiv verändern (globale Gerechtigkeit, Nachhaltigkeit und Umweltbewusstsein, ein warmherzigeres Zusammenleben, in dem sich nicht alles um Wirtschaft und Geld dreht, etc.). Wir arbeiten mit den humanistischen Ansatzpunkten MENSCH, BILDUNG & KREATIVITÄT. In unserer kleinen Initiative engagieren sich ca. 60 Ehrenamtliche (zumeist Ehemalige) und 3 Hauptamtliche. Die Initiative wurde im Jahr 2002 von 15 engagierten Menschen (v.a. Studenten und Lehrer) aus 5 Ländern gegründet, kurz nach den Anschlägen vom 11. September, der bei uns die Frage aufwarf: Was können wir für Frieden und Völkerverständigung machen?

Wir wollen, dass unsere Tür immer offen steht: Du bist herzlich willkommen, dich gemeinsam mit uns zu engagieren.

Wer steht hinter Euch? Habt Ihr eine Kirche, Partei oder Stiftung im Rücken?

Nein! Wir arbeiten komplett unabhängig. Das macht die Sache für uns einerseits schwieriger, weil wir nicht auf große Verwaltungsapparate oder Kirchensteuern zurückgreifen können. Andererseits macht es uns auch freier und beweglicher: Wir müssen uns nicht von anderen abhängig machen, sondern können das machen, was unser Herz uns sagt: Wir können die Projekte und Themen bearbeiten, die uns tief bewegen und begeistern.

Aber: Was immer wir tun, müssen wir uns selbst erarbeiten – wir (damit bist auch Du gemeint) brauchen also Anstrengungsbereitschaft, Idealismus, Durchhaltevermögen, unkomplizierte Lösungen und anpackende Zuversicht.

Wie steht Ihr zur Religion?

Wir arbeiten überkonfessionell und sind in keiner Weise kirchlich gebunden. Manche Bewerber_innen, Ehemalige und Teamer_innen engagieren sich in ihrer Freizeit auch in der kirchlichen Jugendarbeit (z.B. in der katholischen oder evangelischen Kirche), viele aber auch nicht. Wir hatten auch schon jüdische, buddhistische und muslimische Freiwillige, ebenso natürlich auch viele agnostische und atheistische. Für uns und unser Vorhaben spielt Deine Religion keine Rolle: Du bist frei zu glauben, was Du willst, solange Du andere NICHT missionieren willst. Es ist Deine Privatsache, ob Du im Ausland in eine Kirche, Moschee, Synagoge, Jogi-Tempel oder zu einem Medizinmann /Wunderheiler gehen willst oder nicht. Unsere Toleranz hört da auf, wo andere Menschen indoktriniert werden sollen. Sympathien für militante, gewaltbereite, rassistische, sexistische oder sektenähnliche Gruppierungen (z.B. Scientologen) führen bei uns zur sofortigen Beendigung der Zusammenarbeit. Dies ist zum Glück noch nie vorgekommen. Für uns steht die Qualität der Gesamterfahrung und der Projekte im Mittelpunkt. Die meisten Projekte sind basis-nah und zivil-gesellschaftlich (nicht-kirchlich und nicht-staatlich).

Sollte ein gutes Projekt im Einzelfall von einem Pfarrer geleitet werden, sind wir trotzdem zur Kooperation bereit, sofern unsere Freiwilligen eine sinnvolle und keinesfalls missionierende Arbeit erfüllen.

Was will eigentlich die Initiative?

Wir wollen ein Ort sein, an dem bleibende Freundschaften entstehen. Wir wollen aus ganzem Herzen eine Initiative sein, die das BESTE in jedem von uns wachküsst! Eine „Schule fürs Leben“, aber ganz ohne Schule. Wir sind Menschen in Bewegung, Menschen im Aufbruch: Wir wollen Jugendlichen einen Raum geben, sich selbst besser kennen zu lernen, neue Talente zu entfalten (z.B. Gitarre spielen lernen) und ein kleines Stück so zu werden, wie sie in ihren Träumen gerne sein würden. Und: Die Welt so zu gestalten, wie Ihr sie in Euren Träumen seht. Denn: Ein entwicklungspolitischer Freiwilligendienst ist eine Liebeserklärung an die Welt. Nicht wie sie ist, sondern wie sie sein könnte! Wir wollen in kleinen Schritten (und im Bewusstsein unserer eigenen Fehler und Begrenzungen) für eine gerechtere und friedlichere Welt eintreten — angefangen in unserem eigenen, direkten Umfeld. Wir wollen einen Raum für wechselseitige Begegnung und Lernen schaffen und somit im Kleinen und bei uns selbst anfangen. Ein Freiwilligenjahr im Ausland kann ein wichtiger Impuls für das weitere Leben sein: Einfluss auf Charakterbildung, Studienplanung, Berufswahl, Sprachkenntnisse, Coping-Potentiale, Selbstständigkeit, interkulturelle Sensibilität und vielfältige Kompetenzen. Und: Wichtige Fragen nach den Ursachen von Ungerechtigkeit und Unfrieden, sowie nach deren Bedeutung für das eigene (weitere) Leben werden aufgeworfen. Wir wollen die deutsche Zivilgesellschaft stärken, indem wir engagierte Jugendliche zu Hoffnungsträgern, Verantwortungsträgern oder Leistungsträger einer gerechteren Gesellschaft ausbilden. Wir wollen gerne bunt, zukunfts- und lern-orientiert sein. Wenn Du Dich mit unseren Zielen identifizierst, dann bist Du herzlich willkommen!

Was ist Euer Profil?

• Wir sind eine Mitmach-Initiative: Alle packen mit an! Bei uns wird mehr Anstrengung und Mitarbeit von Dir erwartet als anderswo. Wir sind kein „Sprungbrett ins Ausland“, sondern eine Lern- und Erlebnis-Gemeinschaft mit freundschaftlichem, studentischem Umgang (fast alle Teamer_innen sind Studenten).
 Anstrengungsbereitschaft & Power: Jeder gibt sein Bestes! Der FWD mit uns soll Deine Priorität sein.
 Lebensfreude und Humor: Lachen ist die Musik der Seele (humanistischer und humoristischer Ansatz)
 Kreativität: Habe den Mut, neue Wege zu gehen und neue Lösungen zu suchen und auszuprobieren: Täglich besser scheitern! Let´s make better mistakes tomorrow!
 Kritisches Denken: Wir wollen gesellschaftliche Zusammenhänge kritisch hinterfragen und Alternativen erarbeiten. Auch wollen wir uns selbst und unser (Konsum-)Verhalten kritisch hinterfragen und überwinden (z.B. Postwachstum).
 Klare Lern-Orientierung: Mitten im Leben, in Begegnungen von Mensch zu Mensch, in Gruppendiskussionen, im Selbststudium, auf der Straße und in thematischen Arbeitskreisen
 Freiheit und Verantwortung (bei uns bekommst Du viele Gestaltungsräume und Freiheiten. Diese Freiheiten sollst Du nutzen, aber nicht ausnutzen! Übernehme Verantwortung für Dein Tun!)
• Initiative und Gemeinschaftssinns: Einer für alle & alle für einen! Keine Ego-Trips!
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• Unabhängigkeit: Wir sind von keiner Interessensgemeinschaft abhängig
 Anschluss-Offenheit: Jeder ist willkommen, sich aktiv zu engagieren
• Tutoring & Wechselseitigkeit: Du wirst von Deinen Vorgängern tatkräftig unterstützt und wir erwarten von Dir, dass Du Deine Nachfolger unterstützt (Geben und Nehmen als Generationengerechtigkeit).
 Freiwillige Vernetzung in lockeren, freien Regionalgruppen (z.B. SUMU-Events = Suppe und Musik)
• Arbeiten mit Zielen: Bei uns darf und soll sich jeder seine Ziele für das kommende Jahr selbst setzen (Zielvereinbarung im Dialog mit uns)
Die tragenden Säulen in unserem Konzept sind LERNEN, HELFEN und TRANSFERIREN:
LERNEN steht im Mittelpunkt und heißt für uns: Wir wollen (insbesondere jungen) Menschen einen Ort des wechselseitigen, interkulturellen Lernens bieten, an dem sie – ohne Angst vor Scheitern – wertvolle Erfahrungen sammeln, eigene kreative Ideen und Lösungsansätze ausprobieren, ein differenziertes Verständnis zu entwicklungspolitischen Fragestellungen erarbeiten– gemäß dem Motto “miteinander leben – voneinander lernen”. Daher kann der Einsatz auch als entwicklungspolitischer Lerndienst bzw. soziales Jugendbildungsjahr bezeichnet werden.
HELFEN heißt: Der Freiwilligendienst soll bedürftigen und benachteiligten Menschen möglichst sinnvoll, unmittelbar und nachhaltig helfen (Verbesserung der Lebensumstände, Bildung, Friedensarbeit, Hilfe zur Selbsthilfe, etc.). Unser Beitrag ist klein! Der Freiwilligendienst soll möglichst eine Entlastung – in keinem Fall aber eine Belastung – für die Sozialprojekte bzw. die Einsatzstellen sein (Evaluationsgespräche). Als Einsatzstellen kommen möglichst vorbildliche Sozialprojekte an der Basis in Frage, die spannende Themen bearbeiten, meist im Kinder- und Jugendsozialbereich. Das Gebot der Arbeitsplatzneutralität soll unbedingt gewahrt werden: Es dürfen keine einheimischen Arbeitsplätze ersetzt werden.
TRANSFERIEREN: Wir wollen (Euch) einen Raum eröffnen, in dem die gemachten Erfahrungen im Ausland nach Deutschland „übersetzt“ werden können. Dieser positive Transfer von Ideen und Lebens-Erfahrungen ist uns sehr wichtig. Wir glauben, dass wir sehr viel von den Menschen im Globalen Süden lernen können (z.B. buen vivir). Wer im globalen Süden etwas verändern will, muss gerade auch bei uns im Westen ansetzen.

Was sind Eure Stärken und Schwächen?

Ganz klar: Wir haben Fehler und wir machen Fehler! Punkt. Wir freuen uns über die persönlichen Empfehlungen, aufgrund derer viele Bewerber_innen zur uns finden, aber wir wollen keine falschen Erwartungen wecken, die wir später nicht erfüllen können. Wir verschicken keine Hochglanzbroschüren und werden niemals beschönigende Werbung für uns machen, auch nicht auf den Info- oder Auswahlseminaren. Wir wollen Dir offen unsere Schwächen und Sorgen kommunizieren und zeigen, damit Du – im Wissen dieser Punkte – selbst entscheiden kannst, ob Du Dich mit uns wohl fühlst. Hierzu solltest Du ein paar unangenehme Wahrheiten verinnerlichen:
– Es gibt keine perfekte Trägerorganisation (wir sicher auch nicht)
– Es gibt keine perfekten Projekte und keine perfekten Einsatzstellen (bei uns auch nicht) – alle haben ihre Fehler! (Immerhin haben wir uns hunderte Sozialprojekte persönlich angeschaut und die interessantesten als Partner gewonnen).
– Es gibt keinen perfekten Freiwilligen! Perfektion erwartet auch keiner von Dir! Du darfst Fehler machen. Du darfst Du sein! Wir wollen Dich und Euch nicht „gleichmachen“, nicht verbiegen, sondern freuen uns an der Buntheit, die Ihr reinbringt. Allerdings erwarten wir eine konstruktive Zusammenarbeit und einen ehrlichen, selbstkritischen und lernbereiten Umgang miteinander und auch mal einen selbst-kritischen Blick in den Spiegel (Selbst-Reflexion).
– Ein Freiwilligendienst bringt immer auch ein paar heftige Frust-Erlebnisse, Enttäuschungen und interkulturelle Missverständnisse mit sich (sowohl in der Arbeit als auch im privaten Leben)
– Da wir als Organisation noch jung sind, haben wir keinen großen, professionellen Verwaltungsapparat, der reibungslos funktioniert. Wir arbeiten mit viel Herz, aber sehen auch unsere Fehler: Administrative Dinge (wie Spendenbescheinigungen und Erstattungen) brauchen bei uns manchmal etwas länger.
– Keine Babysitter vor Ort: Wir haben keine hauptamtlichen Koordinatoren im Einsatzland für Dich. Du hast zwar einheimische Vorgesetzte und engagierte, ehrenamtliche Mentoren als Ansprechpartner_innen, aber niemanden, der Dich dauernd an die Hand nimmt und Dir eine Gute-Nacht-Geschichte vorliest. Wenn Du nicht selbständig bist (oder es zumindest schnell werden willst), dann bist Du bei uns falsch. Andere Träger können Dir da eine professionellere Struktur bieten, die sich im Notfall bewährt und weniger Verantwortung Deinerseits braucht.
– Wir lassen Dir viele Freiheiten: Das kann positiv sein („Wow, ich habe viel Mitgestaltungs-Spielraum!“) aber auch problematisch („Hilfe, ich hänge in der Luft! Ich weiss gar nicht, was ich tun soll! Gebt mir lieber einen detaillierten Arbeitsplan, damit ich weiß, was ich um wieviel Uhr zu tun habe!“). Ebenfalls viele Freiheiten wirst Du in Deinem Privatleben und in Deiner Freizeit haben – entsprechend gefestigt und stabil solltest Du charakterlich sein.
– Wir sind längst nicht für alle Jugendlichen der richtige Träger. Wir arbeiten mit der Engagement-Elite (Anstrengungs-Elite). Wir sind spezialisiert auf die besonders engagierten Jugendlichen mit deutlich überdurchschnittlichen Werten in den Bereichen Einsatzfreude, soziales Handeln, Leistungsbereitschaft, Lernbereitschaft, Selbstverantwortung, Humor und Kreativität.
– Andere Träger (größere oder kirchliche Träger) haben ganz klar mehr Mittel, mehr Personal, mehr hauptamtliche Mitarbeiter und mehr Finanzkraft als unsere kleine Initiative. Wir müssen dies durch Engagement, Idealismus, Zusammenhalt, Improvisation und gemeinsame Aktionen ausgleichen. Hast du Lust darauf?

Wir sind eine LERNENDE ORGANISATION und wollen Jahr für Jahr besser werden. Wir brauchen Deine Hilfe und Deine Mitarbeit, um diese Ziele auch wirklich zu erreichen. Wir sind kein Sprungbrett ins Ausland, kein Vermittler und kein Reisebüro. Wir sind eine Mitmach-Initiative!

Unsere Initiative ist nichts an sich und lebt wesentlich von Eurer Mitarbeit und Euren Ideen. Wir stellen einen Lern- und Begegnungs-Raum zur Verfügung, den IHR mit Leben füllen dürft. Wenn Ihr nichts macht, wird alles nichts. Wenn Ihr Euch mit ganzem Herzen und ganzer Kraft einbringt, kann ein Traum lebendig werden. Es wird also das, was Du aus uns machst. Es wird das, was wir alle gemeinsam daraus machen!

Wie kann ich merken, ob Ihr der richtige Träger für mich seid bzw. ob ich der/die richtige Freiwillige für Euch bin?

PASSUNG zwischen Freiwilligen und Träger (Entsendeorganisation) ist wichtig. Wir brauchen sehr selbständige, zuverlässige, lern-bereite, engagierte, humorvolle, hoch motivierte, strukturiert vorgehende und zuversichtlich-anpackende Jugendliche mit Gemeinschaftssinn.
Wenn Du verschiedene Träger nur wie Reisebüros miteinander vergleichst (nach dem Motto: „Wie komme ich am bequemsten und billigsten ins Ausland?“), dann sind wir keine gute Wahl – denn wir wollen und werden unbequem sein!1 Wir wollen nicht den bequemsten Weg mit Euch gehen, sondern den interessantesten. Wenn Du einen Ego-Trip machen willst, dann bist Du bei uns falsch (denn wir wollen mit Dir ein spannendes Bildungs-Konzept voranbringen und gemeinsam Ideen und Träume entwickeln).Wenn Du das Jahr gemütlich ab-chillen willst und alle Drogen in alphabetischer Reihenfolge ausprobieren willst, dann sind wir keine gute Wahl, denn wir wollen möglichst verantwortungsvoll handeln. Wenn Du immer Recht haben willst – ohne die Welt durch die Brille Deines Gegenübers zu sehen und Deine eigene Weltsicht zu hinterfragen — dann bist Du bei uns falsch, denn wir wollen nicht nur „etwas bewegen“, sondern auch „uns selbst bewegen“ und unsere Blickwinkel und Standpunkte hinterfragen und manchmal auch verändern. Wenn Du lieber eine komplett durchorganisierte Pauschalreise („All-inclusive“) machst als mit dem Fahrrad/Rucksack/Segelboot oder zu Fuß selbst die Welt zu erkunden, dann bist Du bei uns falsch. Wenn Du lieber TV schaust, als Dich mit Freunden und Freundinnen zu treffen oder ein gutes Buch zu lesen, dann bist Du bei uns falsch. Wenn Du den Wert von Menschen an der Zahl ihrer Facebook-Freunden misst, dann bist Du bei uns falsch, weil wir das „echte Leben“ lieben und dem „virtuellen Leben“ vorziehen. Wenn Du im Ausland lieber im Reichenviertel wohnen willst als basis-nah mitten unter einheimischen Menschen im Arbeiterviertel, dann bist Du bei uns falsch.
Wenn Du Dich wirklich einlassen willst auf eine andere Kultur, auf die Begegnung von Mensch zu Mensch, auf ein Abenteuer voller Freude, Inspiration, Frustration und Improvisation; wenn das Fremde Dich nicht abschreckt, sondern Dein unvoreingenommenes Interesse weckt; wenn Du Probleme als Herausforderungen sehen kannst (die Dich wachsen lassen: Krise als Chance sehen lernen!); wenn Du Zuverlässigkeit mit Einsatzfreude, Teamgeist, Lernbereitschaft und Bescheidenheit verbindest; wenn Du in Deinem Herzen ein unbändiges Feuer spürst, dieses Lern-Jahr mit uns zu erleben, dann bist Du herzlich willkommen! Eine sehr gute Empfehlung lautet: Versuche bei jedem Träger immer auch mit Ehemaligen zu sprechen, die genau in Deinem (voraussichtlichen) Projekt gearbeitet haben. Sie sind die beste Informationsquelle aus eigener Erfahrung und aus erster Hand. Egal, ob es bei uns oder einem anderen Träger klappen sollte: Sprich immer auch mit Ehemaligen! Wir stellen Dir gerne viele Kontaktdaten zur Verfügung.
Unsere aktuellen Freiwilligen führen immer mal wieder eine Bilderpräsentation online durch und beantworten Deine Fragen per Video-Konferenz oder Skype.

PS: Sei Dir bewusst: Bequemlichkeit hat viele angenehme Seiten, die wir Dir nicht bieten werden: So ist es ohne Frage bequemer mit dem ICE Zug zu fahren, als mit dem Wochenend-Ticket. Um in diesem Bild zu bleiben: Wir sind nicht der ICE. Wir sind eher das Wochenend-Ticket. Weil wir uns gemeinsam auf den Weg machen wollen, weil wir Menschen begegnen wollen, weil wir etwas erleben wollen und weil wir uns selbst bewegen und „umsteigen“ wollen, indem wir immer wieder unsere Blickwinkel ändern und neue Perspektiven einnehmen. Was immer Du willst: Wir sind die Fahrrad-Tour. Wir sind die Amazonas-Erkundung auf dem selbstgebauten Floß. Wir sind die Gitarre am Lagerfeuer. Wir sind die Wanderung zu Fuß. Wir sind das Klettern an der Steilwand. Aber: Wir sind nicht der ICE! Und auch nicht das Luxushotel!

Kann ich Berichte von aktuellen oder ehemaligen Freiwilligen lesen?

Ja, wir stellen gerne alle Erfahrungsberichte von unseren Freiwilligen zur Verfügung. Auf dieser Webseite unter der Rubrik Erfahrungsberichte.

Bis dies technisch umgesetzt ist, verweisen wir auf die Berichte der vergangenen Jahrgänge: http://berichte.weltweite-initiative.de

Auch kannst Du zur Orientierung gerne mit Ehemaligen telefonieren oder skypen, sobald Du unser Auswahlverfahren erfolgreich durchlaufen hast.

Stimmt es, dass Ihr an der Entwicklung des weltwärts-Programms mitgearbeitet habt?

Ja, wir wurden in der Konzeptionsphase im Jahr 2007 ins Bundesministerium (BMZ) eingeladen und durften unseren Ansatz und unsere Erfahrungen vorstellen und in vielen Gesprächen praktische Empfehlungen geben. Schließlich sind lern-orientierte, entwicklungspolitische Freiwilligendienste für Jugendliche seit unserer Gründung 2002 unsere Kernkompetenz – und nicht erst seit weltwärts (2008). Wir haben diese Einsätze schon ermöglicht als sie noch nicht sexy waren und als es keine Fördermittel gab. Diesen studentischen Spirit wollen wir uns unbedingt bewahren!

Auch war es eine große Ehre für unsere kleine Initiative, dass wir ausgewählt wurden, um das weltwärts-Programm mit der Bundesministerin in einer Bundespressekonferenz der Öffentlichkeit vorzustellen.

 

Wie ist die Weltweite Initiative organisiert?

Dezentral und partizipativ. Ganz wichtig: Wir sind eine Mitmach-Initiative! Es wird das, was Du daraus machst! Wir können nur einen interessanten Lern-Raum für das Jahr bieten – wirklich mit Leben ausfüllen müsst ihr diesen Raum selbst! Es kann genial werden, aber wir können auch scheitern.
Wir arbeiten in themen-zentrierten Arbeitskreisen (AKs), z.B. AK Auswahl, AK Vorbereitung, AK Nachhaltigkeit, AK Bildung, AK Flucht und Migration (AK Flumi), AK Kritische Entwicklungspolitik, etc. Jeder kann nach Lust und Laune in einzelnen oder in allen AKs mitarbeiten oder einen neuen AK zu einem neuen Thema gründen. Jeder AK wählt 2 Sprecher, die die Verantwortung übernehmen, dass in diesem Bereich gute Arbeit gemacht wird und Kommunikation transparent läuft.
Partizipativ: Ihr sollt möglichst viel selbst gestalten bzw. mitgestalten. Ihr wählt als Jahrgang 5 Jahrgangssprecher (JGS) und als Länder-Team je eine_n Ländersprecher_in. Ihr seid in allen AKs, in denen ihr mitarbeiten wollt, gleichberechtigt und stimmberechtigt und ihr gestaltet komplett in Eigenregie die Freiwilligenzeitung (www.wortwechsel-weltweit.de) und wählt hierfür Eure eigenen Ressortleiter_innen. Jede_r ist willkommen, sich und seine oder ihre Talente einzubringen, ob als Designer_in des Jahrgangs-T-Shirts, als Chef-Redakteur_in der Zeitung, als Dichter_in oder Sänger_in des Jahrgangs-Songs, als Webmaster_in, als Visums-, Bildungs-, Gesundheits-, oder Sportbeauftragte_r oder als Organisator_in der berühmten Abschiedsfeier (zum Ende des Vorbereitungsseminars mit 200 Gästen). Wir sind nur so gut, wie Du uns durch Deine Mitarbeit machst!
Dezentral: Zudem gibt es auf ganz Deutschland verteilt knapp ein Dutzend kleiner Regionalgruppen, die sich z.B. alle 3 Monate zum Sonntags-Brunch treffen oder gemeinsame Aktionen machen (natürlich nur wer Lust hat). Auch diese Aktionen – egal ob politisch-solidarisch oder künstlerisch-kreativ — werden komplett in Eigenregie von Euch durchgeführt, oft in Kooperation mit unserer Ehemaligen-Initiative www.weltweiterdenken.de. Nach Rückkehr kann Dir dieses Netzwerk sehr hilfreich sein, da es an fast jeder Uni WI-Ehemalige gibt. Sie organisieren kleine, regionale Willkommensfeste (SUMU = Suppe & Musik) zum Vernetzen und Kennenlernen.

Wie kann ich mitarbeiten bzw. mich engagieren?

Indem Du Deine Hilfe anbietest und uns schreibst, welche Bereiche Dich interessieren, bzw. welche Talente Du einbringen willst. Wir wollen Dich und Euch gerne einladen, diese liebenswerte Initiative mitzugestalten. Ihr seid herzlich willkommen, an Bord zu kommen … aber bitte NICHT als Touristen und Passagiere, sondern als Matrosen und Steuermänner bzw. Steuerfrauen. Mach uns zu DEINER INITIATIVE – und fülle sie mit Leben! Wir freuen uns auf Dich!
PS: Bei uns DUZEN sich alle. Wir waren selbst mal Freiwillige … wir sind mit Herzblut dabei und wir wollen keine künstlichen Hierarchien. Wie formulierte es eine Ehemalige so schön: „Die Zusammenarbeit mit WI ist keine Geschäftsbeziehung, sondern eine Liebesbeziehung! Sie macht nur Sinn, wenn man mit ganzem Herzen dabei ist. Dann aber ist sie umso schöner!“

Wieviel ehrenamtliches Engagement stecken in jedem Freiwilligendienst?

Wir freuen uns, dass sich viele Ehemalige bei uns als Teamer engagieren und ihre Erfahrungen weitergeben wollen, oft helfen 30 Ehemalige ehrenamtlich pro Seminar. Wir betreiben einen hohen personellen Aufwand und können die Freiwilligendienste in dieser intensiven Form nur stemmen, weil viele Menschen (v.a. Ehemalige, aber auch Eltern) sich ehrenamtlich engagieren, auch für Dich und Deinen Einsatz: Ob beim Auswahlseminar (AWS), in der Vorbereitung, im Koch-Team oder in der Nachbereitung: Für jeden Jahrgang kommen oft über 800 ehrenamtlich geleistete Arbeitstage (Teamertage) zusammen, d.h. in jedem einzelnen Einsatz stecken statistisch ca. 26 Ehrenamtstage (zur Veranschaulichung siehe Auflistung unten). Wir danken diesen heimlichen Helden im Hintergrund aus ganzem Herzen.
Damit wir die schöne Idee der Mitmach-Initiative am Leben halten können, bitten wir jeden Freiwilligen ebenfalls mit anzupacken. Wünschenswert wären 7 Tage vor Ausreise („mitmachende Vorbereitung“) und 15 Tage irgendwann in den 2 Jahren nach Rückkehr (als Teamer, Moderator, Koch, Multiplikator oder Seminarhelferbei Auswahl oder Vorbereitung). Wir hoffen, dass auch Du zur Generationengerechtigkeit beitragen wirst: So wie Du von Deinen Vorgängern bzw. von Ehemaligen viel Unterstützung bekommst, so wirst auch Du hoffentlich nachfolgenden FW-Generationen helfen.

=> Wir bitten Dich, ehrenamtliches Engagement nicht nur zu nehmen, sondern auch (weiter) zu geben. Danke!

Wie sieht Euer pädagogisches Konzept aus?

Das Konzept des Globalen Lernens ist Grundlage unserer Arbeit: Wir verstehen uns als Bildungsträger, der engagierten Jugendlichen besondere Lern- und Erfahrungsräume eröffnen, globale Zusammenhänge kritisch hinterfragen, deren Wechselwirkungen sichtbar machen und neue (Lösungs-)Ansätze entwickeln und unterstützen will. Unser zentraler lern- und friedenspädagogischer Arbeitsbereich sind Freiwilligen- und Lerndienste in Ländern des Globalen Südens samt Vorbereitung, pädagogisch-psychologischer Begleitung, Krisenmanagement, Nachbereitung und Rückkehrer_innen-Vernetzung.
Mit unseren entwicklungspolitischen Lerndiensten wollen wir Völkerverständigung und Friedensarbeit nach dem Motto „Miteinander leben – voneinander lernen!“ konkret erfahrbar machen. Denn: Völkerverständigung braucht Verständnis. Und Verständnis braucht Begegnung! Eben diese Begegnungen ermöglichen wir, denn ein Freiwilligendienst schafft die vielleicht intensivste Form der Begegnungen vor Ort, dadurch dass man das Leben der Menschen in der Gastgesellschaft ein Jahr lang unmittelbar und basisnah teilt. So wird lebenspraktisch ein Bewusstsein für die kausalen Zusammenhänge zwischen den Lebensrealitäten des Globalen Südens mit dem Handeln im Globalen Norden (z.B. unser Konsumverhalten), sowie dessen Geschichte (z.B. Kolonialismus), geschaffen, um letztendlich eigene Handlungsräume zu entdecken und neu zu entwickeln. Im Rahmen von Internationalen Freiwilligen- und Friedensdiensten geben wir unseren Freiwilligen die Möglichkeit, durch ihren persönlichen Einsatz ein kleines Zeichen zu setzen für Völkerverständigung, Nächstenliebe, Gerechtigkeit und Frieden. Neben spezifischen Kenntnissen kann soziales Verhalten erprobt und ein sozialpolitisches Bewusstsein entwickelt werden. Erkenntnisse, die hierbei gewonnen werden, stehen oft im Gegensatz zum gesellschaftlich üblichen Leistungs- und Konkurrenzdenken. Sie können über den Friedensdienst hinaus für den Einzelnen eine Hilfe zur Persönlichkeitsentfaltung und zur Entwicklung einer verantwortlichen Lebensgestaltung führen. Die meisten unserer Rückkehrer_innen studieren und arbeiten später in „helfenden Berufen“: Mediziner_innen bzw. Ärzt_innen, Psycholog_innen, Lehrer_innen und Sozialarbeiter_innen. Unsere Rückkehrer_innen dürfen sich gerne zu Hoffnungs-, Leistungs- und Verantwortungsträger_innen einer gerechteren globalen Welt-Gesellschaft entwickeln. Gerade weil wir unsere Freiwilligen in postkoloniale Gesellschaften entsenden, gehören hierzu auch maßgeblich das kritische Hinterfragen der eigenen Position, des eigenen Handelns und ungleicher Machtstrukturen z.B. im globalen Handel (fair trade, not aid!) und des kapitalistischen Systems. Deshalb orientieren sich die Bildungsinhalte, die wir beispielsweise auf unseren Vorbereitungsseminaren vermitteln, auch an kritischen Konzepten wie Degrowth und Postwachstum, Dekolonisierung, Anti-Rassismus und Critical Whiteness, kritische Entwicklungspolitik und Wirtschaft neu Denken. Wir stehen allen Menschen offen, unabhängig von Religion, Nationalität, Hautfarbe, Geschlecht, sexueller Orientierung oder Einkommen. Was wir jedoch von allen erwarten sind: große Anstrengung, Offenheit, Lernbereitschaft, Selbstreflexion und tatkräftiges Engagement. Wir sind keine Plattform für Urlauber_innen, Sozialtourist_innen, Abenteurer_innen und Egoist_innen.
Wir verstehen Freiwilligendienste als Sozialisationsinstanzen für zivilgesellschaftliches Engagement und Gelegenheitsstruktur für Partizipation und Mitgestaltung. So gesehen ist soziales Lernen für die Entwicklung einer gerechteren und aufgeschlosseneren Gesellschaft wertvoll und notwendig und stellt, durch seine Rückbindung an den Alltag, ein Potential für mehr Frieden und Gerechtigkeit (auch im eigenen Umfeld) dar. Soziales Lernen wirkt also v.a. auch in der eigenen Biographie und dadurch schließlich in die Gesellschaft hinein (Multiplikatoren-Potential).
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Gleichzeitig – und das ist einer unserer wichtigsten Parameter – verstehen wir uns selbst als „Lernende Organisation“. Ebenso wie unsere Freiwilligen eine intensive Lernerfahrung erleben und eine steile Lernkurve durchlaufen, wollen auch wir uns in einem dynamischen Lernprozess bewegen, der sowohl ihre wie unsere Erfahrungen miteinbezieht. Das betrifft unsere gesellschaftspolitischen Ziele, unsere pädagogisch-psychologischen Ansätze und praktischen Methoden, bis hin zu unseren Organisationsstrukturen (z.B. Arbeitskreise). In diesem Sinne lebt unsere Arbeit von der Partizipation aller, weswegen wir uns als „Mitmach-Initiative“ bezeichnen.
Als lernende Organisation wollen wir auch fehler-tolerant sein und allen Beteiligten Fehler zugestehen. Gerade Jugendliche lernen am meisten aus eigenen Fehlern. Sie sollen ohne Angst vor Scheitern Ideen ausprobieren und Schwierigkeiten als positive Herausforderungen erleben, die gemeistert werden können – und damit als Katalysatoren für Fortschritt und Entwicklung: „Let´s make better mistakes tomorrow!“

Konzeptionelle Ansätze:
– Auf psychologischer Ebene: Wir wollen unseren Jugendlichen Wurzeln und Flügeln geben!
– auf pädagogischer Ebene: PREPARE & ENRICH (gute Vorbereitung und sinnvolle, abwechslungsreiche Arbeit mit vielen Spielräumen und Ausgestaltungsmöglichkeiten)
– auf motivationaler Ebene: Fördern und Fordern

Welche Themen werden in der Vorbereitung bearbeitet?

Unsere Vorbereitung besteht aus 2 Modulen: Vortreffen (VT) und Vorbereitungsseminar (VBS). Hier eine detaillierte Beschreibung:

http://weltweite-initiative.de/wp-content/uploads/2016/12/WIunsereVorbereitung.pdf

Wie werden die Freiwilligen betreut bzw. welche Ansprechpartner gibt es?

Wir wollen Dich bestmöglich unterstützen. 

Hier beschreiben wir unser Modell der Pädagogisch-Psychologischen Begleitung. 

http://weltweite-initiative.de/wp-content/uploads/2016/12/WIBegleitung_Mentoring_FAQ2016.pdf

begleitung_wi_betreuung_und_mentoring

Lernen durch Handeln: Wer lernen will, muss raus aus seiner „Comfort Zone“

Die Lernpsychologie hat recht deutlich herausgearbeitet, wo LERNEN eigentlich geschieht, nämlich: In der Schnittfläche zwischen Comfort Zone und Crisis Zone. Während comfort zone das vertraute (Lebens-)Umfeld meint, bezeichnet crisis zone das Neue, Unbekannte und Fremde, das uns zum (Kennen-)Lernen herausfordert – und uns potentiell auch völlig überfordert und schadet. Es kommt entscheidend auf die Dosierung an. Wer in der comfort zone verharrt, mag es zwar bequem haben und kein Risiko eingehen – wird aber auch kaum mehr lernen, als wenn er sich auf ein Sofa im Wohnzimmer ausruht (Unterforderung). Wer lernen und wachsen will, muss raus aus seinem „Schneckenhäuschen“ – und ran an die Grenze zur crisis zone, auch wenn diese temporärere Überforderungen bereithalten mag.

Achtung: Im roten Bereich der Crisis Zone geschieht kein Lernen, sondern höchstens posttraumatische Belastung. Für uns als Träger war und ist es erfolgskritisch, dass wir diesen Balance-Akt unserer Freiwilligen an der Grenze zwischen comfort und crisis zone sensibel

Wer lernen und wachsen will, muss seine COMFORT ZONE verlassen. So gesehen besteht ein optimaler, entwicklungspolitischer Lerndienst aus einer langen Serie von wohl-dosierten Überforderungen, die aber gut meisterbar sein müssen (Lernchancen im Sinne critical learning incidents). 

Die Comfort Zone ist als Rückzugs- und Erholungsraum für FW gut geeignet und wichtig, aber nicht als Lern-Raum (z.B. leichte, repetitive Zuarbeiten im Projekt) begleiten – und zwar entsprechend den individuellen Bedürfnissen und Vorkenntnissen des einzelnen Jugendlichen. So bewährt es sich, dass wir mit jedem FW eine individuelle Zielvereinbarung erarbeiten: Für ein schüchternes Mädchen aus benachteiligtem Umfeld mag schon die Mitarbeit bei der Betreuung einer fremdsprachigen Kindergartengruppe eine große, aber gerade noch meisterbare Herausforderung darstellen, während eine jahrelange Pfadfinder-Leiterin damit sicherlich unterfordert wäre. Von daher sollten wir nicht nur von altersgerechten Aufgaben sprechen, sondern bitte auch von typgerechten Aufgaben. Ein guter entwicklungspolitischer Lerndienst besteht also aus einer Serie von wohldosierten Überforderungen, die aber für den betreffenden Jugendlichen gut meisterbar sind. Dann kommt es zum wunderbaren und angestrebten Phänomen: Es setzt ein Lern- und Gewöhnungseffekt ein und die grüne Comfort Zone weitet sich immer weiter aus (Kompetenzerwerb). Wo früher gelb war, ist jetzt alles im grünen Bereich. Jetzt kann die gelbe Zone vergrößert und neue Lernziele angestrebt werden. Wir lernen und wachsen also behutsam in kleinen, aber deutlich merklichen Schritten.

Unser Ansatz

Unsere 3 Ansatzpunkte sind: Mensch, Bildung & Kreativität. 

Mensch: Wir setzen uns für benachteiligte Kinder und Jugendliche ein. 

Bildung: als Schlüssel, um den Teufelskreis der Armut zu durchbrechen. 

Kreativität: Wir wollen mit Lebensfreude neue Wege gehen (Persönlichkeits-Entwicklung mittels Sport, Musik & Theater).  

Unsere Ziele:

 Entwicklungspsychologische Dimension („Lernen“): Unser Freiwilligendienst soll ein hervorragender Lern-Ort in der Biographie des FW sein (Persönlichkeit & Eine Welt)

• Entwicklungspolitische Dimension („Helfen“): Unterstützung vorbildlicher Kinder- und Jugendsozialprojekten in Ländern des Globalen Südens

• Gesellschaftspolitische Dimension („Transferieren“): Wir wollen die Zivilgesellschaft(en) vor Ort und in Deutschland stärken und bereichern durch Rückkopplung, Vernetzung und Völkerverständigung.